Wechselwirkungen, Nebenwirkungen, Kontraindikationen, weitere Medikamenten-Infos - Wichtige Links

Wirkweise, Nebenwirkungen und Risiken von Antidepressiva, Benzodiazepinen, Neuroleptika (Antipsychotika) und Phasenprophylaktika
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Wechselwirkungen, Nebenwirkungen, Kontraindikationen, weitere Medikamenten-Infos - Wichtige Links

Wechselwirkungen

Wann immer neue Medikamente verschrieben werden, ist es sinnvoll eine Abklärung möglicher Wechselwirkungen mit bereits eingenommenen Medikamenten durchzuführen. Untenstehend finden sich dafür verschiedene Links. Du kannst auch in der Apotheke zu möglichen Wechselwirkungen nachfragen und dich beraten lassen.
  • Wechselwirkungscheck der Apotheken-Umschau
    Hier kannst du mehrere Medikamente aus einer Liste auswählen und bekommst in einem zweiten Schritt dann sämtliche bekannten Wechselwirkungen zwischen den ausgewählten Medikamenten angezeigt.

Weitere interessante Artikel und Informationen zum Thema Wechselwirkungen:

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind ein wichtiges Thema bei der Einnahme von Psychopharmaka. Wenn du Nebenwirkungen hast, die (so) nicht in der Packungsbeilage zu dem Medikament angegeben sind, ist es sinnvoll, diese zu melden. Hier findest du einen Thread zum Thema "Nebenwirkungen melden".

Hier findest du noch weitere hilfreiche Links zum Thema Nebenwirkungen:

Arzneimittelsicherheit und Kontraindikationen
  • Kontraindikationen bei Psychopharmaka von seele-und-gesundheit
    Hier findest du eine Liste von Psychopharmaka und Umstände, die gegen ihre Verschreibung sprechen können (Kontraindikationen).
  • PRISCUS-Liste von potenziell inadäquater Medikation für ältere Menschen der Universität Witten/Herdecke PDF (Antidepressiva ab S.12; Neuroleptika ab S.20; Benzodiazepine ab S.26; Erläuterung der verwendeten Likert Skala S.33)

Infos zu den Medikamenten/Wirkstoffen:


Routineuntersuchungen bei Psychopharmakaeinnahme

Weitere wichtige Informationen
zuletzt überarbeitet: 24.02.2025
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Wichtige Wechselwirkungen von Psychopharmaka mit Nahrungs-/Genussmittel; Rauchen etc.

Wichtige Wechselwirkungen von Psychopharmaka mit Nahrungs-/Genussmitteln

Bei Psychopharmaka kann es, wie bei allen Medikamenten, zu Wechselwirkungen mit Nahrungs-/Genussmitteln kommen. Die Bioverfügbarkeit des Arzneimittels kann durch ein Nahrungsmittel verändert werden, das heißt, es kann mehr oder weniger des Wirkstoffs aufgenommen werden.
Die Wirksamkeit des Medikaments kann dadurch abgeschwächt oder verstärkt werden, auch kann es zu einem unter Umständen gefährlichen Anstieg der Nebenwirkungen kommen. Der Wirkstoffspiegel im Blut kann durch solche Wechselwirkungen erhöht oder erniedrigt werden. Im Entzug ist das besonders problematisch, da ein möglichst gleichmäßiger Wirkstoffspiegel sehr wichtig ist.


Wichtige Wechselwirkungen mit Psychopharmaka:
  • Grapefruit (produkte), Pomelo, Bitterorange (Sevilla-Orange), Sternfrucht:
    Diese Nahrungsmittel enthalten Inhaltsstoffe, die die Enzyme Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) hemmen. Bei Arzneimitteln, die über diese Enzyme verstoffwechselt werden, kann dadurch der Wirkstoffspiegel erhöht werden. Da die Hemmung der Enzyme mehrere Tage anhalten kann, sollte bei der Einnahme von betroffenen Psychopharmaka Grapefruit etc. vollständig gemieden werden. Es gibt keine unbedenkliche Verzehrmenge.

    Betroffene Psychopharmaka:
    Benzodiazepine (besonders Diazepam, Temazepam, Midazolam), Z-Substanzen (Zolpidem, Zopiclon), Trizyklische Antidepressiva (besonders Clomipramin), Quetiapin, Buspiron, Pimozid, Ziprasidon
  • Kaffee, Tee (grüner, schwarzer, Matetee):
    Diese Getränke enthalten Gerbstoffe, die die Aufnahme von bestimmten Wirkstoffen beeinträchtigen können. Die Wirkung von Antidepressiva und Neuroleptika kann deutlich abgeschwächt werden. Vor und nach der Medikamenteneinnahme sollte ein Mindestabstand von 60 Minuten zum Trinken von Kaffee und Tee einhalten werden.
  • Alkohol:
    verstärkt die sedierende (müde machende) Wirkung von Psychopharmaka. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Störungen der Bewegungskoordination, Schläfrigkeit, Atemdepression, Stürzen.

    Betroffene Psychopharmaka:
    Benzodiazepine, Antidepressiva, Neuroleptika
  • L-Tryptophan und 5-HTP:
    Aus der Aminosäure L-Tryptophan wird über die Serotoninvorstufe 5-HTP im Körper Serotonin hergestellt. Eine Einnahme dieser beiden Stoffe als Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zu Medikamenten, die den Serotoninspiegel erhöhen, kann zu einem potentiell lebensbedrohlichen Serotoninsyndrom führen.

    Betroffene Psychopharmaka:
    fast alle Antidepressiva, einige Neuroleptika (z.B. Ziprasidon, Risperidon,), einige Stimmungsstabilisatoren (z.B. Carbamazepin, Lithium), Anxiolytika: Buspiron
  • Rauchen:
    Inhaltstoffe des Tabakrauches (insbesonders polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) können durch die Aktivierung bestimmter Enzyme den Abbau von Medikamenten verändern. Besonders relevant ist das Enzym Cyto­chrom P450 (CYP) 1A1, das für die Verstoffwechselung vieler Medikamente sorgt. Durch die verstärkte Aktivität wird der Wirkstoff schneller abgebaut (bis zu doppelt so schnell), der Wirkstoffspiegel ist dadurch niedriger.
    Ein Rauchstop oder eine Rauchreduktion kann im Gegenzug zu einem erheblichen Anstieg des Wirkstoffspiegels führen, was bei einigen Medikamenten gefährlich sein kann.
    Nikotin selbst, hat diese Wechselwirkung nicht, daher kann ein Umstieg auf Nikotinersatzprodukte oder E Zigaretten ebenfalls zu einem Anstieg des Wirkstoffspiegels führen

    Betroffene Psychopharmaka u.a.:
    Neuroleptika (Clozapin, Haloperidol, Olanzapin, Ziprasidon), Antidepressiva (Agomelatin, Duloxetin, Amitriptylin, Mirtazapin, Citalopram, Fluvoxamin)

    Nikotin
    verringert durch die Freisetzung von Cate­cholaminen die Wirkung von Benzodiazepinen.


Quellen und weiterführende Links:
Arzneimittel-Interaktionen mit Nahrungsmitteln - Gelbe Liste
Wechselwirkungen: Ernährung und Medikamente - UGB
Arzneimittelinteraktionen Update zu Grapefruit - PZ
Wechselwirkungen Alkohol und Medikamente - ZFPS (PDF)
Beeinträchtigt Nikotin oder Koffein die Wirkung von Neuroleptika? - Navigator Medizin
Gecheckt: Tabakrauch - DAZ
Serotonin-Syndrom - Gelbe Liste
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