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Mediensammlung (Links) zu Psychopharmaka und Absetzen/Entzug

Offizielle Informationen, Artikel, Studien und weitere wissenschaftliche Texte rund um das Absetzen von Psychopharmaka
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Artikel: Senkt endlich die Verschreibungsrate von Antidepressiva! / Mediensammlung (Links)

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Artikel: Senkt endlich die Verschreibungsrate von Antidepressiva! Aufforderung an die Regierung, ihrer Verantwortung nachzukommen - Übersetzer Peter Lehmann

Eine Gruppe von MedizinerInnen, ForscherInnen, PatientenvertreterInnen und PolitikerInnen haben obigen Artikel verfasst, in dem sie die britische Regierung auffordern, die Verschreibungsrate von Antidepressiva zu senken.
Der Artikel ist im British Medical Journal am 5. Dezember 2023 (Band 363, S. 2730) unter dem Titel: "Politicians, experts, and patient representatives call for the UK government to reverse the rate of antidepressant prescribing" erschienen.

Der Text wurde von Peter Lehmann ins Deutsche übersetzt, um ähnliche Aktionen in Deutschland zu initiieren.

In dem Artikel wird auf die stark gestiegene Verschreibungszahl von Antidepressiva und den zunehmenden Langzeitkonsum, der mit einer Vielzahl von unerwünschten Wirkungen verbunden ist, hingewiesen. Darunter Entzugssymptomen, die teils schwerwiegend und langanhaltend sein können. Es wird angemerkt, dass trotz der gestiegenen Verschreibungszahl sich die psychische Gesundheit der Bevölkerung nicht verbessert hat.

Die Autoren listen Maßnahmen auf, mit denen eine Umkehr der Verschreibungsrate von Antidepressiva erreicht werden kann.


Die DGSP (Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie) hat ein Begleitschreiben zum britischen Aufruf Antidepressiva verfasst:

In Deutschland werden zu viele Antidepressiva verordnet (19. April 2024) PDF
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Re: Mediensammlung (Links) zu Psychopharmaka und Absetzen/Entzug

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Podcast: Immer mehr Antidepressiva – die Kritik an der Verschreibungspraxis wächst (BR24, 04.06.2024)
Die Kritik an der Verschreibungspraxis von Antidepressiva mehrt sich in Fachkreisen - auch wegen der Nebenwirkungen und der Langzeitfolgen der Medikamente. In der Praxis aber hat sich wenig geändert. Im Gegenteil: Immer mehr Menschen nehmen Psychopharmaka. Weltweit hat sich die Zahl der Verschreibungen laut OECD seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt. Auch in Deutschland stieg die Zahl der verordneten Tagesdosen an Antidepressiva und Neuroleptika zwischen 2012 und 2022 deutlich. Warum ist das so? Gibt es andere Wege?
Anhand eines Fallbeispiels wird in diesem Podcast u.a. auf die Entzugsproblematik von Antidepressiva hingewiesen. Eine Frau, die seit 30 Jahren Paroxetin einnimmt und 12 "Kaltentzüge" hinter sich hat, berichtet über ihre Entzugssymptome und dass sie nun mit Hilfe einer Feinwaage und einer Nagelfeile reduziert.
Zu Wort kommen außerdem: Professor Ulrich Vorderholzer, Prof. Dr. Tom Bschor, Prof. Dr. Reinhard Maß, Dr. Jann Schlimme.
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Radioreportage: Psychopharmaka absetzen / Mediensammlung (Links)

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Radioreportage: Psychopharmaka absetzen - Warum das so schwer ist und wie es gelingen kann (Bayern 2, 19.02.2024)
Schlafstörungen, Albträume, Übelkeit, Erbrechen sind nur einige der Symptome, die auftreten können, wenn man ein Psychopharmakon absetzt. Oft ist der Grund, dass das Absetzen zu schnell ging. Und das passiert, weil viele Patienten nicht genug begleitet werden. Eine Radioreportage von Veronika Wawatschek.
In dieser Reportage schildern drei Langzeitbetroffene ihre Leidensgeschichte unter Psychopharmaka und dem Entzug. Als Fachleute kommen Dr. Jann Schlimme und Peter Lehmann zu Wort.
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Videoserie Prof. Gründer: Antidepressiva nehmen & absetzen / Mediensammlung (Links)

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Videos: Prof. Gerhard Gründer: Antidepressiva nehmen & absetzen (YouTube Kanal "Herz & Seele")

In dieser 8-teiligen Interviewserie erläutert Prof. Gründer im Gespräch mit Linda Kunz u.a. die Wirksamkeit, die Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von Antidepressiva, er geht auch auf das Absetzen von Antidepressiva ein.

Prof. Gründer vertritt die Auffassung, dass Antidepressiva besser wirken als Placebos. Er weist jedoch darauf hin, dass Antidepressiva massiv in die Hirnchemie eingreifen, was erhebliche Risiken in sich birgt. Es sollten daher individuell und sorgfältig Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Antidepressiva abgewogen werden.

Prof. Gründer erklärt, dass Antidepressiva das Gehirn dahingehend verändern, dass nach dem Absetzen ein höheres Risiko für das Auftreten erneuter depressiver Episoden besteht als vor der Einnahme des Antidepressivums.

Er bestätigt, dass Antidepressiva die Persönlichkeit verändern können im Sinne einer emotionalen Abstumpfung und einem verringerten Einfühlungsvermögen. Er weist darauf hin, dass das Erleben des gesamten Gefühlsspektrums, sowohl der angenehmen als auch der unangenehmen Emotionen sehr wichtig sei, um sich als Mensch zu fühlen.

Ein weiteres Problem ist laut Prof. Gründer, dass Antidepressiva selbst neue psychische Störungen auslösen können, wie z.B. Panikattacken oder Angststörungen, die zuvor bei dem Patienten nicht vorgelegen haben.

Des Weiteren weist Prof. Gründer darauf hin, dass sexuelle Funktionsstörungen eine sehr häufige Nebenwirkung unter Antidepressiva sind, was die Lebensqualität schwerwiegenden beeinträchtigen kann. Sexuelle Funktionsstörungen können selbst nach dem Absetzen des Antidepressivums fortbestehen.

Prof. Gründer erkennt an, dass das Absetzen von Antidepressiva sehr schwierig sein kann. Er ist der Auffassung, dass man bei Antidepressiva von "Entzugssymptomen" sprechen kann.
Um das Risiko von Entzugssymptomen zu reduzieren, empfiehlt er langsames Ausschleichen mit immer kleiner werdenden Reduktionsschritten über einen möglichst langen Zeitraum.

Prof. Gründer betont die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung über die Risiken von Antidepressiva inkl. der Absetzproblematik bereits vor dem Beginn der Behandlung mit Antidepressiva. Viele Ärzte würden dies unterlassen, aufgrund der Befürchtung, dass der Patient das Antidepressivum dann nicht einnehmen würde.

Wenn ein Patient ein Antidepressivum absetzen möchte, sieht Prof. Gründer es als die Aufgabe des behandelnden Arztes an, ihn nach entsprechender Aufklärung dabei zu unterstützen. Lehnt der behandelnde Arzt dies kategorisch ab, rät Prof. Gründer einen Arztwechsel in Betracht zu ziehen.
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