Willkommen im PsyAb-Forum,

Hier findest du allgemeine Informationen zum Forum: Allgemeine Informationen zum Forum
Um im Austauschbereich mitlesen zu können, ist eine Registrierung erforderlich: Registrierungsanleitung
Um selbst aktiv am Austausch teilzunehmen, müssen sich neue Teilnehmer nach erfolgreicher Registrierung zunächst in einem eigenen Thread vorstellen: Wichtige erste Informationen für neue Teilnehmer

Liebe Grüße,
Das PsyAb Team


Dieser Text kann durch Klicken auf das X rechts oben in dieser Textbox ausgeblendet werden.

Präsentation "Tatsachen über Psychopharmaka, die verkannt werden" / Videoantworten von Entzugsberatern (CEP)

Offizielle Informationen, Artikel, Studien und weitere wissenschaftliche Texte rund um das Absetzen von Psychopharmaka
[für alle Benutzer und Gäste sichtbar]
Antworten
Team PsyAb
Team
Beiträge: 631
Registriert: vor 2 Jahre

Präsentation "Tatsachen über Psychopharmaka, die verkannt werden" / Videoantworten von Entzugsberatern (CEP)

Präsentation "Tatsachen über Psychopharmaka, die verkannt werden"

Link zum Original

Das "Council For Evidence-Based Psychiatry" (CEP) hat eine Präsentation mit verkannten Fakten zu Psychopharmaka zusammengestellt.
Die Texte wurden von Jamie für adfd.org übersetzt und werden nun mit freundlicher Genehmigung des CEP und von Jamie hier ebenfalls zu eurer Information bereitgestellt.


Blatt 1: Keine bekannten biologischen Ursachen
Es gibt keine bekannten biologischen Ursachen für psychiatrische Erkrankungen mit Ausnahme von Demenz und einigen seltenen Chromosomen-basierten Erkrankungen. Infolgedessen gibt es keine biologischen Tests wie Blutuntersuchungen oder Gehirnscans, um unabhängige objektive Daten zur Verfügung stehen zu haben, die man zur Unterstützung einer psychiatrischen Diagnose heranziehen könnte.


Blatt 2: Der Mythos des chemischen Ungleichgewichts
Psychopharmaka wurden / werden oft an Patienten verschrieben auf der Grundlage, sie könnten ein "chemisches Ungleichgewicht" heilen.
Wie auch immer, es konnten noch keine chemischen Ungleichgewichte nachgewiesen werden, die in einem Zusammenhang zu einer psychiatrischen Erkrankung stehen. Außerdem stehen keine Methoden zur Verfügung, die Anwesenheit bzw. Abwesenheit dieser chemischen Ungleichgewichte zu testen / überprüfen.


Blatt 3: Dem Diagnosesystem mangelt es an Validität / Aussagekraft
Psychiatrie-Diagnose-Handbücher wie DSM und ICD (Kapitel 5) (Anm: ICD = International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) sind nicht das Ergebnis objektiver Wissenschaft, sondern vielmehr kulturell geprägte Werke, die durch klinischen Konsens und Abstimmung entstanden sind. Ihre Aussagekraft und klinische Verwendbarkeit ist darum höchst fragwürdig; dennoch haben sie bis heute stetig dazu beigetragen menschliche Erfahrung im großen Umfang zu "medikalisieren" (= Anm. im übertragenen Sinne krankhaft zu machen, als krank, behandlungswürdig anzusehen).


Blatt 4: Psychopharmaka verändern den mentalen Zustand / die Empfindungen
Wie alle anderen Substanzen, die auf die Gehirnchemie einwirken (z.B. illegale Drogen), führen auch Psychopharmaka zu veränderten mentalen Zuständen / Empfindungen.
Sie "heilen" keine Krankheiten und in vielen Fällen ist ihr Wirkmechanismus unbekannt.


Blatt 5: Antidepressiva haben keinen Nutzen / Vorteil gegenüber Placebo
Studien haben nachgewiesen, dass Antidepressiva keinen signifikanten klinischen Nutzen gegenüber Placebo bei der Behandlung von milden bis mittelschweren Depressionen haben. Manche Studien zeigen einen gewissen Nutzen bei schweren Depressionen in der Kurzzeit-Behandlung.
Neuere Studien legen die Vermutung nahe, dass Antidepressiva in Zusammenhang mit einer erhöhten Sterblichkeit stehen, vor allem bei älteren Menschen.


Blatt 6: Schlechte Langzeit(-Einnahme) Ergebnisse
Es gibt nur wenig Forschung zur Langzeit-Einnahme von Psychopharmaka. Die verfügbaren Studien legen die Vermutung nahe, dass die Hauptklassen (Anm: die am häufigsten verordneten Medikamentengruppen) der Psychopharmaka wenig zusätzlichen Nutzen haben, wenn man sie über lange Zeit einnimmt. Und bei manchen Patienten führt die Langzeiteinnahme zu einer Verschlechterung.


Blatt 7: Langanhaltende, negative Effekte
Psychopharmaka können langanhaltende, negative Auswirkungen auf das Gehirn und Zentrale Nervensystem haben, insbesondere bei einer Langzeiteinnahme.
Dies kann zu körperlichen, emotionalen und kognitiven Störungen führen.


Blatt 8: Nebenwirkungen / negative Effekte werden oft falsch diagnostiziert
Psychopharmaka können zu mentalen Störungen führen, einschließlich Selbstmord, Gewaltausbrüchen und Entzugserscheinungen. Diese Auswirkungen können als neue Erkrankung missinterpretiert werden, für die man wiederum weitere Psychopharmaka verordnet. Dies führt in manchen Fällen zu einer Langzeiteinnahme multipler Psychopharmaka.


Blatt 9: Psychopharmaka-Entzug kann Menschen "ausknocken" (engl. disable)
Psychopharmaka-Entzug kann Menschen "ausknocken" und eine große Bandbreite schwerer körperlicher und psychologischer Störungen verursachen, die oft monatelang andauern, teilweise sogar Jahre. In manchen Fällen, so Berichte von Entzugs-begleitenden Verbänden, führt der Entzug zum Suizid.


Blatt 10: Kinder werden häufiger medikamentiert
Die Verwendung von Psychopharmaka bei Kindern und jungen Erwachsenen steigt innerhalb der modernen Industrienationen rapide an. Dabei ist der potenzielle Langzeitschaden, der auftreten kann, wenn solche Medikamente Einfluss auf das heranwachsende Gehirn haben, bislang noch nicht begutachtet.
Außerdem gibt es mittlerweile Hinweise / Beweise, dass der steigende Psychopharmaka-Konsum in dieser Altersgruppe später zu schweren Langzeitverläufen führen kann.


Blatt 11: Der Regulierungsapparat wird von der Industrie finanziert
Der Britische Regulierungsapparat für Psychopharmaka, MHRA, wird gänzlich von der Pharmaindustrie finanziert und besetzt Schlüsselpositionen mit ehemaligen Industrie-Experten. Solche Interessenskonflikte führen zu einer nachsichtigen / milden Regulierung, die Pharmafirmen-Interessen über das Patientenwohl setzt.


Blatt 12: Interessenskonflikt
Verbindungen zwischen Ärzten und pharmazeutischer Industrie sind vor allem in der Psychiatrie-Szene gängig. In Großbritannien müssen Psychiater vor keiner Instanz oder Autorität offenlegen, wie hoch ihr jährliches Einkommen, das von der Industrie stammt, ist.


Blatt 13: Manipulierung und unter-Verschluss-Haltung von wissenschaftlichen Daten / Forschungsergebnissen
Die Mehrheit der klinischen Psychopharmaka-Experimente / Studien werden von der Pharmaindustrie durchgeführt oder den Instanzen, die eng mit der Pharmaindustrie verwoben sind. Diese Industrie hat eine lange Geschichte bei der Geheimhaltung negativer Ergebnisse, der Manipulierung von Forschungserkenntnissen und dem "highlighten" der guten Daten.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Team PsyAb für den Beitrag (Insgesamt 5):
inandout, Rosenrot, annanna, Resident2017, Aura2024+
Team PsyAb
Team
Beiträge: 631
Registriert: vor 2 Jahre

Videoantworten von Beratern und Betreuern für Psychopharmakaentzug (CEP)

Videoantworten von Beratern und Betreuern für Psychopharmakaentzug

Zu den Videos

Diese kurzen Videos auf der CEP Seite stellen die individuellen Ansichten britischer Fachleute dar, die Betroffene beim Entzug von Benzodiazepinen und/oder Antidepressiva unterstützen und beraten.
Die einzeln Berater gehen in kurzen Videosequenzen von 1-2 Minuten auf die wichtigsten Fragen rund um den Entzug ein. Alle 3 Berater sind sehr erfahren, sie beschönigen nichts. Dennoch sind die Videos ermutigend.
Die Videos sind in englischer Sprache, jedoch gut verständlich.
  • Baylissa Frederick ist Psychotherapeutin und Autorin des Selbsthilfebuchs Recovery and Renewal. Nach der Genesung von ihrem Clonazepam-Entzug gründete sie ihr eigenes Unterstützungsprojekt Recovery Road und hat seit 2006 Tausenden von Menschen geholfen, die von Benzodiazepin- und Antidepressiva-Entzügen betroffen sind.

    What is withdrawal?
    What are some of the typical withdrawal symptoms?
    How long does withdrawal last?
    Does everyone recover?
    What is the potential impact of withdrawal?
    What support do people in withdrawal need?
    What do you say to people at the beginning of withdrawal?
    How do people rebuild their lives after withdrawal?
    What should doctors know about withdrawal?
    Are antidepressants causing problems?
    How do antidepressant and benzodiazepine withdrawal compare?
    How do you feel about the damage caused by these drugs?
  • Ian Singleton entzog in den 1980er Jahren ein Benzodiazepin und hat seitdem für das Bristol Tranquilliser Project gearbeitet, wo er Tausenden von Menschen geholfen hat, den Entzugssprozess zu durchlaufen.

    What are typical withdrawal symptoms?
    How long does withdrawal last?


    What is the impact of withdrawal?


    What advice do you give to people going through withdrawal?
    Are doctors aware of the negative effects of these drugs?
    What is the best way to come off psychiatric drugs?
    What problems do antidepressants cause?
    What mistakes are doctors making?
    How often are patients misdiagnosed during withdrawal?
  • Melanie Davis ist seit 20 Jahren Managerin von MIND im REST-Projekt von Camden. Sie unterstützt eine wöchentliche Unterstützungsgruppe und bietet Beratung, Informationen und Unterstützung für den sicheren Entzug von Benzodiazepinen.

    What advice do you give to someone considering withdrawal from benzodiazepines?
    Why not withdraw rapidly or ‘cold turkey’?
    What tapering rate do you recommend for benzodiazepines?
    How difficult can withdrawal be?
    What should be avoided during withdrawal?
    What questions do you get asked frequently?
    Do doctors understand withdrawal?
    What is your message for doctors?
    Are withdrawal symptoms misdiagnosed?
    Does everyone recover from withdrawal?
    What is the impact of withdrawal on families?
    What advice do you have for family members?
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Team PsyAb für den Beitrag (Insgesamt 4):
inandout, Rosenrot, Resident2017, Aura2024+
Antworten